»Frühblüher« fotografieren – Fünf Tipps

Die Sonne scheint, zumindest tagsüber steigen die Temperaturen auf wohlige 15 Grad, es ist abends länger hell.
Du kannst also auch nach Feierabend noch mal losziehen und fotografieren.
Ab Mitte März ist jedes Jahr Frühblüher-Saison: Strahlenanemonen (Bild oben), Krokusse, Narzissen, Schneeglöckchen, Märzenbecher, Kirschen, Magnolien und mehr. Und das erste Bunt auf den Wiesen ist immer gerne Fotomotiv – gibt eben allen ein Gefühl von #Sommerkommt

 

► Hier fünf Quicktipps,

was du für schöne

Frühblüher-Fotos

beachten kannst. ◄

1. Licht ist alles?! – Helles Mittagslicht oder sanftes Abendorange?

Überraschung: Beides ist wichtig!

 

Das weiche Licht am Morgen oder am Abend ist immer besser geeignet für Fotografen! Besonders die hochstehende Sonne am Mittag wirft harte Schatten, die meistens nicht schön aussehen. Vorteil der jetzigen Jahreszet ist aber, dass die Sonne noch gar nicht so hoch steht, wie im Sommer. Das bietet dir die Chance, das Licht am Spätvormittag um am Frühen Nachmittag auch noch ausnutzen zu dürfen.

 

Denn:

Detail- oder Makroaufnahmen

brauchen viel Licht!

Wegen des hohen Abbildungsmaßstabes (1:1 oder 1:2) verwackeln diese Bilder besonders schnell. Eine kurze Verschlusszeit (> 1/500) ist also sinnvoll – am Besten auch ein Stativ!
Eine Ausnahme würde ich aber machen: Und zwar wenn du vorhast, die Früblüher in eine Landschaftsaufnahme (Weitwinkel) einzubinden. Das kann sehr gut wirken, schaue dazu Tipp 4 an. Verwende hier eher die sanften Lichter, welche die Szenerie nahezu immer atmosphärischer und entspannter machen – abgesehen davon, dass du den knallen Sonnenschein betonen willst, dann gehst du um 13 Uhr.

2. Welk, Platt, Verblüht? – Komme zur rechten Zeit…

Wenn es um Frühblüher geht – wie der Name schon sagt – ist nichts schlimmer und weniger von Vorteil, als wenn du auf deinem Bild auch welke Blüten hast. Das zerstört einfach die ganze Schönheit und Ästhetik. Daher achte idealerweise auf die Blütezeiten der einzelnen Pflanzen! Schaue im Internet, dort gibt es Datenbanken. Schneeglöckchen sind meistens immer eher als Krokusse, Narzissen blühen erst zum Ende des März hin.
Oh – das gilt natürlich auch für noch nicht blühende Exemplare 😉.
Pro-Tipp: Kunde, auch im Vorbeigehen-
und -fahren, Grünflächen und Parks aus,
schaue alle 1-2 Tage mal vorbei
und dann verpasst du
den perfekten Blütezeitpunkt nicht.

3. In den „Dreck“! – Andere Perspektiven einnnehmen …

Auf den Boden mit dir! Das ist mein nächster ganz einfacher Tipp. Die klassische Foto- und Selfie-Perspektive kann jeder…

"Krokusse auf Augenhöhe": Für dieses Foto liegt man dann im Gras...
"Krokusse auf Augenhöhe": Für dieses Foto liegt man dann im Gras...
Suche du dir besondere Perspektiven. Solche, welche dein Motiv optimal in Szene setzen (das gilt übrigens immer 😉). Bei Frühblühern könntest du zum Beispiel …
  • Eine ganz tiefe Perspektive einnnehmen: Auf den Boden mit dir uns der Kamera. Dreckig werden erlaubt! So kommen zum Beispiel die kleinen Krokusse und Blausterne erst richtig zur Geltung!
Tipp: Nutze für diese tiefen Positionen
ein (Hand)tuch oder ein mit Reis oder Sand gefülltes Säckchen,
um die Kamera zu stabilisieren.
Die meisten Stative sind hier zu hoch!
  • Bei Strauchblühern und Gehölzen achte darauf, dass du (Farb-)kontraste schaffst! Fotografiere doch mal gen Himmel, aber achte darauf, dass du im Hintergrund weitere Blüten als „Farbgeber“ hast. Das führt uns zu Punkt vier…

4. Nutze den Bokeh-Effekt

Pflanzen und Blüten eignen sich hervorragend für Nah- und Detailaufnahmen: Gerade die Makroobjektive (wie z.B. das Tamron SP 90, 90 mm Brennweite, kleinste Blende f/2.8), aber auch offenblendige 35 und 50, 80 oder 130 mm Objektive eigenen sich gut zum Freistellen der Motive durch a) große Nähe zum Objekt, b) große Entfernung zum Hintergrund und c) die Einstellung einer kleinen Blendenzahl.

Zierkirschblüten gen Himmel fotografiert. Doch Highlight ist das Bokeh aus weiteren Blüten dahinter. Es wirkt so harmonisch...
Zierkirschblüten gen Himmel fotografiert. Doch Highlight ist das Bokeh aus weiteren Blüten dahinter. Es wirkt so harmonisch...

 

Mache dir den Effekt zu nutzen! Stelle die Blende bewusst im manuellen Modus so ein, dass der Hintergrund ansprechend weichgezeichnet ist, man ggf. noch Strukturen wie weitere Blüten, Gras, Äste etc. erkennen kann.

 

Farbspiel: Gelbe Kornelkische trifft auf weiche, rosarote Zierkirschen-Blüten im Bokeh.
Farbspiel: Gelbe Kornelkische trifft auf weiche, rosarote Zierkirschen-Blüten im Bokeh.

5. Kombiniere doch mal Blüten mit Anderem

Sind die schönen Blüten an sich sich zu langweilig, kombiniere Sie mit anderen Motiven zusammen. Zum Besipiel kannst du Tiere auf den Blüten fotografieren. Dies ist anspruchsvoller, da diese einen Fluchtreflex haben (bleibe auf Distanz und wähle eine kurze Verschlusszeit um Bewegungsunschärfe zu vermeiden). Mache dann viele Fotos im „Nachverfolgen-Modus“ (bei Nikon C-Modus), damit du mindestens einen Treffer hast.

 

Eine Biene auf einer Kirschblüte: Schnelligkeit ist hier gefragt!
Eine Biene auf einer Kirschblüte: Schnelligkeit ist hier gefragt!

 

Kombiniere Blüten mit der Landschaftsfotografie: Schöne Parklandschaften, Gärten und Seen laden gerade dazu ein!
Parklandschaft im Abendlicht (Nordpark in Bielefeld).
Parklandschaft im Abendlicht (Nordpark in Bielefeld).

 

Arbeite mit Unschärfe, mit dem Licht – achte hier auf weiches Licht am Morgen und Abend – auch kannst du Langzeitbelichtungen berücksichtigen: Dies geht besonders bei Teichflächen und Springbrunnen oder Bachläufen im Hintergrund: Überall, wo Bewegung im Spiel ist.

 

Spaziergang bei Nachmittagssonnenschein im Park (Nordpark Bielefeld).
Spaziergang bei Nachmittagssonnenschein im Park (Nordpark Bielefeld).

 

Du kannst natürlich auch Personen einbinden, um zu zeigen, dass der Frühling nach draußen lockt und alle belebt 😉. Achte hier auf Persönlichkeitsrechte (Erkennbarkeit?) und das Urheberrecht, wenn du die Bilder veröffentlichst (Social Media u.a.).

Ich hoffe diese fünf Tipps und Fotos
waren interessant und anregend für dich!
Also auf geht’s: Viel Spaß da draußen!
Dein Rico Dumcke

Links

  • 10 Tipps zur Makrofotografie bei Insekten und Tieren auf Facebook
  • Blogbeitrag zur Makrofotografie und Focus-Stacking
  • Datenbank für Frühblüher zum Suchen und Bestimmen

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