Urlaub und Fotografieren ? Aber wo anfangen?

Du kennst das sicher: Angekommen im Urlaub auf der Suche nach tollen Motiven, aber wo anfangen...?

Ich erzähle dir, was ich mache!

Im Herbst war ich in Dresden und im Februar auf Ameland. Beides zum ersten Mal.
Zur Vorbereitung schaue ich mir von zu Hause natürlich immer die wichtigsten Gebäude, Parks, und lohnenswerten Locations an. Aber das hilft mir noch nicht dabei, herauszufinden

  • welche Perspektive ich benötige,
  • wann ich dort hingehe,
  • welches Licht ich benötige und welches Wetter

um das Motiv am eindruckvollsten darzustellen.

 

Ich mache das daher immer so, dass ich, bevor ich die Orte besuche, einmal in die Stadt oder in Länden oder Touristinformationen gehe, und mich quasi inspirieren lasse!

 

Tipp:
Schaue Dir Postkarten oder Prospekte von deinem Urlaubsziel an und versuche herauszufinden, von wo (also aus welcher Perspektive), mit welcher Brennweite und zu welcher Tageszeit dieses Foto aufgenommen wurde. Findest Du das so perfekt, oder gibt es vielleicht bessere Bedingungen (wetter, Zageszeit, Licht, Wolken), welche das Motiv noch interessanter werden lassen. Dann erkunde das Motiv vor Ort, probiere verschiedene Entfernungen, Winkel, Brennweiten aus. Fahre ggf. noch ein zweites mal dorthin.

Und dann das wichtigste: Bringe in Dein Foto Deine eigene Variation ein! Ich zeige dir das an zwei Beispielen.

Amelands Leuchtturm "Bornrif"

Der Leuchtturm von Ameland ist ein bekanntes Fotomotiv auf zahlreichen Postkarten. Ich habe mir eine angeschaut, welche ich sehr schön fand: Blauer Himmel, der rot-weiße Turm und unten über die Bildbreite grünes Grashalme. Ich habe mich also auf diese Suche gemacht nach diesem Ort, denn auffällig war, dass unten der Wald, der dem Leuchtturm unsäumt, kaum zu sehen war.


Die beiden Fotos zeigen euch, dass ich diesen Ort nicht gefunden habe, jedoch habe ich das Gras wirkungsvoll in das Bild integriert! Getreu dem Motto "Vordergrund macht Bild gesund" habe ich das Gras in die Unschärfeebene gelegt und den Turm fokussiert. Dies funktioniert mit geringen Blendenzahlen sehr gut. Durch das Gras im Vordergrund erhält das Bild Tiefe und das richtige "Inselflair". Durch den niedrigen Winkel wirkt der Turm selbst auch größer.

Das Elbflorenz-Panorama

Dresden - das Elbflorenz im Osten Deutschlands.
Neben der Semperoper ist wohl der Anblick der Altstadt mit Residenzschloss, Brühlscher Terasse und Kunstakadiemie, im Hintergrund die Frauenkirchenkuppel, das bekannteste Postkartenmotiv. Die Flotte an den Anlegern davor geben ihr übriges...

 

Auch hier habe ich in der Stadt nach Postkarten geschaut und schnell sehr ähnliche Ansichten vom anderen Elbufer gefunden. Also bin ich in der Blauen Stunde dort hin gegangen. Allerdings habe ich mein Bild etwas anders aufgebaut:

  • Ich habe mich für ein Panorama entschieden, um alle Gebäude "würdigen zu können".
  • Ich habe am Strand eine bwusst niesrige Perspektive gewählt. So habe ich zwar keine schönen Spiegelungen im Wasser der Elbe, aber ich habe einen ansprechenden Vordergrund. Dafür habe ich einen Holzbalken auf dem Kiessstrand in das Bild integriert (zugegeben: Ich habe den etwas zurecht gerückt...;-)
  • Vom Aufbau ergibt sich so in etwa einer, der der Drittel-Regel entspricht: Der Kiesstrand ist der Vordergrund, Elbe und Gebäudekulisse bilden - schön gelb beleuchtet - den Mittelgrund und das Herzsstück, der knallblaue Wolkenhimmel einen tollen Kontrast im oberen Bilddrittel.

Und ja, bevor Du jetzt sagst,: "Aber ...."
Stimmt, leider ist die Kuppel der Hofkirche rechts abgeschnitten.
Und die Brücke hätte ich noch besser als führende Linie nutzen können? Ja stimmt auch, aber die war leider Baustelle und entsprechend nicht schön. Also Du siehst, manchmal müssen Kompromisse gemacht werden, denn besser ein Bild, als kein Bild...;-)

Beste Grüße
Dein Rico

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